fight for feminism

„Die Vorstellung von der Welt ist, wie die Welt selbst, das Produkt der Männer: Sie beschreiben sie von ihrem Standpunkt aus, den sie mit dem der absoluten Wahrheit gleichsetzen.“ So beschrieb die Feministin Simone de Beauvoir die Welt im 20. Jahrhundert. Heute gibt es zwar mehr Frauen in sogenannten Führungspositionen, insbesondere in der Politik. Viele denken, Männer und Frauen seien gleichberechtigt, doch die Realität sieht immer noch ganz anders aus. Frauen verdienen nicht nur fast ein Viertel weniger Geld, als Männer.

Je männlicher, desto mächtiger

Je höher eine Position ist, egal ob in der Wirtschaft, in der Wissenschaft und sogar in der Politik, desto weniger Frauen werden dort zu finden sein. Vielleicht kann man das an einer Zahl ganz gut ablesen. Von den über 1.400 Millardär*innen auf diesem Planeten sind gerade einmal 100 Frauen. In Deutschland verfügen Männer durchschnitt über ein etwa doppelt so großes Vermögen, wie Frauen. Es gibt sogar eine Korrelation zwischen besonders männlich erscheinenden Männern und Macht. Wenn Männer größer und athletischer sind, sind sie auch reicher und mächtiger. Und all das, obwohl Frauen heute besser ausgebildet sind, als viele Männer. Frauen sind weiterhin viel häufiger Opfer von sexueller Gewalt. Für viele Männer sind Frauen keine gleichberechtigten Menschen, sondern einfach Objekte. Etwa jede vierte Frau wurde schon einmal Opfer von sexualisierter Gewalt und das im Jahr 2013. Die Täter sind meistens die eigenen Partner. Das Besitzstandsdenken vieler Männer hat sich anscheinend gar nicht so sehr verändert. Bis 1997 war es sogar noch nicht einmal strafbar, dass Männer ihre Ehefrauen vergewaltigen. Ein langer Kampf gegen die Männer in CDU und CSU konnte zwar von den Frauen gewonnen werden. Aber die Praxis von Vergewaltigungen in der Ehe geht nur langsam zurück.

Zurück an den Herd!

Bei der unbezahlten Arbeit (Erziehung und Haushalt) engagieren sich Männer noch immer fast gar nicht. Natürlich gibt es Ausnahmen, aber dies sind eben Ausnahmen. Auch hierzu beschrieb es Simone de Beauvoir treffend „Um die Frauen zur Gratisarbeit zu bringen, kann man ihnen nicht die Schönheit und Mystik des Geschirrspülens oder des Wäschewaschens preisen. Also predigt man ihnen die Schönheit der Mutterschaft.“ Genau diese Mystik der Mutterschaft hat sogar wieder Konjunktur. Kristina Schröder (CDU-rechtsaußen und Familienministerin) hat das Betreuungsgeld eingeführt. Dadurch bekommen Eltern Geld, wenn sie ihr Kind NICHT in eine Kita schicken. In den meisten Fällen werden dann also wieder mehr Mütter zuhause bleiben. Zugespitzt hat Simone de Beauvoir also immer noch Recht „Wo Familie und Privatvermögen die unumstrittene Grundlage der Gesellschaft sind, bleibt die Frau vollkommen rechtlos.“

Sexismus zerfrisst den Menschen

Die Geschlechterrollen beginnen sich sogar wieder zu verfestigen. Werbung wird immer stereotypischer und sexistischer. Es wird gezielt für Mädchen und für Jungen geworben. Mit pinken Prinzessinnen und starken Piraten. Der Magerwahn wird immer mehr Mädchen eingeredet. Bereits ein Viertel aller 11jährigen Mädchen hat schon mal eine Diät gemacht. Wenn man Kinder fragt, welche Körpermaße sie wollen oder welche beliebter sind, wählen sie regelmäßig stark untergewichtige Ideale. Leider gehen nur wenige Frauen gegen ihre Unterdrücker, also uns Männer vor. Simone de Beauvoir hat es noch drastischer ausgedrückt „Selbst im Traum denkt die Frau nicht daran, die Männer auszurotten. Das Band, das sie an ihre Unterdrücker fesselt, kann mit keinem anderen verglichen werden.“

Bildet Banden!

Ich bin der Meinung, dass wir Alle gegen die Unterdrückung von Mädchen und Frauen kämpfen sollten. Simone de Beauvoir hat es schön zusammengefasst: „Der Frau bleibt kein anderer Ausweg, als an ihrer Befreiung zu arbeiten. Diese Befreiung kann nur eine kollektive sein.“ Doch auch die Männer sollten ein Interesse daran haben, dass wir in einer Gesellschaft freier, gleichberechtigter Individuen leben. Unabhängig von angeblichen biologischen und sozialen Geschlechtern. Denn auch die Unterdrücker werden durch den Feminismus befreit.

flickr by URBAN ARTefakte (CC BY-NC-ND 2.0)

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