denkt einfach mal drüber nach

flickr by pam's pics- (CC BY-NC 2.0)

legalize it!

Es gibt kaum etwas Irrationaleres in unserer Gesellschaft als der Umgang mit Drogen. „Das Münchner Oktoberfest ist Deutschlands größte offene Drogenszene.“ Es geht jetzt nicht um die paar kiffenden Jugendlichen auf ein den Grünflächen, nein es geht um die tausenden von Betrunkenen in den Festzelten. Jedes Jahr gibt es immer wieder die gleichen Szenen. Sturz besoffene Männer begrapschen die Bedienungen, es kommt zu Schlägereien und zu Vergewaltigungen. Wenn aber draußen vor dem Zelt ein paar Jugendliche einen Joint rauchen und ganz friedlich herum sitzen, kommt die Polizei und nimmt sie fest. Es kam sogar schon zu Fällen, wo die Polizei die Kiffer*innen niedergeknüppelt haben. Dies zeigt ganz klar, wie rational die deutsche Drogenpolitik ist. Es geht nicht um Gefahr, sondern um stumpfe irrationale Traditionen und Regeln.

Recht auf Genuss

Alle Menschen sollten so viele Drogen nehmen können, wie sie wollen. Meiner Meinung nach, sollte der Staat deswegen nicht eingreifen. Ich finde es schon grundsätzlich falsch, das Wort Drogen zu verwenden. Wir sollten nur noch von Genussmitteln sprechen. Egal ob Cannabis, Alkohol, LSD oder Tabak. Es sollte auch ganz klar ein Recht auf Rausch geben! Der psychische und auch der physische Zustand eines Menschen geht uns nichts an!

Benutzt euren Verstand

In der Bundesrepublik sind zwei Drogen legal, Alkohol und Tabak. Alle anderen sind verboten oder nur mit einem ärztlichen Rezept zu bekommen. Also kommen wir nun zu den Zahlen. Im Jahr 2012 sind aufgrund illegaler Drogen insgesamt 944 Menschen gestorben. Durch aktives Rauchen zwischen 120.000 und 140.000 Menschen, durch das Passivrauchen wurden 3.300 Personen getötet. Durch den Genuss von Alkohol starben 74.000 Menschen. Außerdem wurden 338 Menschen durch Alkohol am Steuer getötet und 18.983 verletzt. Dies zeigt ganz deutlich die Relation: Legale Drogen bis zu 210.000 Tote, illegale Drogen keine 1.000 Tote!

Hört auf die Wissenschaft

Wenn es um die Todesfälle geht, ist die Einschätzung also klar. Es ist völlig irrational die gefährlicheren Drogen zu erlauben und die weniger gefährlichen zu verbieten. Aber wie sehen die physischen, psychischen und sozialen Schäden bei den einzelnen Drogen aus? Wenn man danach geht, sind LSD und Ecstasy eher die ungefährlichen Drogen. Nach einigen anderen Mitteln kommt Cannabis, was deutlich gefährlicher ist. Danach folgt Speed und erst dann kommt Tabak, also auf Platz sechs der gefährlichsten Drogen. Die TOP fünf von Unten sind Kokain, Meth, Crack, Heroin und die gefährlichste Droge ist Alkohol. Dass Alkohol so weit Oben steht liegt besonders an der großen Fremdschädigung von Menschen. Die höchste Eigenschädigung hat klar Heroin. Die Einordnung ist auch noch einmal hier nachzulesen:

http://commons.wikimedia.org/wiki/File:Drogen-schadenspotenzial-nutt-2010.svg

Die von David Nutt erstellte Tabelle gilt heute als Standard in der Wissenschaft. Nutt war einmal Berater des Gesundheitsministeriums in Großbritannien. Später wurde er jedoch aufgrund seiner rationalen Sicht auf Drogen rausgeworfen.

Freiheit statt Egoismus

Diese Zahlen machen eins deutlich: Die deutsche Drogenpolitik ist gescheitert! Wir sollten aufhören, den Besitz oder Genuss von Rauschmitteln zu bestrafen. Der Staat sollte nur dort eingreifen, wo andere gefährdet werden. Ob jemand auf offener Straße kifft, sollte niemanden stören. Aber, wenn jemand betrunken einen anderen überfährt schon. Aus meiner Sicht sollten alle Drogen legalisiert werden. Zur Sicherheit sollte der Staat diese dann aber kontrollieren. In Drogenfachgeschäften sollten alle Drogen (also auch Alkohol und Tabak) verkauft werden. Von pharmazeutisch geschultem Personal, mit Beipackzettel und Beratung. Aber natürlich nicht in Apothekenatmosphäre. Es kann ruhig chillig zugehen. Sozialarbeiter*innen sollten dort auch verkehren. Die Drogen sollten so günstig wie möglich gehalten werden, die Kosten setzen sich zusammen aus dem Gehalt der Angestellten, den Herstellungskosten und den Kosten für Aufklärungsprogramme. Der Schwarzmarkt würde zusammenbrechen, da dort Drogen wohl teurer und deutlich gefährlicher (weil gestreckt oder verunreinigt) sind. Auch die Drogenkartelle in der ganzen Welt, die Finanzierung von Terrorist*innen könnte erheblich leiden. Außerdem würde es viel weniger Drogentote geben. Die Freiheit endet aber dort, wo sie die Freiheit der anderen einschränkt. Im Straßenverkehr sollte eine 0,0 Promille Grenze für alle Drogen gelten. Außerdem sollten in öffentlichen Räumen, Gastronomien und Discos ein striktes Verbot für alle Drogen gelten, die andere direkt schädigen. Also das Tabakrauchen, Cannabisrauchen, Crackrauchen. Denn der Rauch schädigt direkt das Personal und die anderen Gäste. Natürlich müssen für diese Bedürfnisse aber eigene Läden geschaffen werden, ähnlich den Drogenkonsumräumen, aber gerne schicker.

Trippelschritte voran

Leider bewegt sich in der Bundesrepublik recht wenig in Richtung Legalisierung. Während einzelne Staaten z.B. Cannabis entkriminalisieren, tut sich hier nichts. In Friedrichshain-Kreuzberg startet gerade aber eine kleine (für deutsche Verhältnisse) Revolution. Die Bezirksbürgermeisterin Monika Herrmann möchte einen Coffeeshop eröffnen. Wenn dies gelingt, könnte eine Lawine losgetreten werden. Aber bisher fehlen dazu die politischen Verhältnisse. Die grün-links geführte Mehrheit in Friedrichshain-Kreuzberg ist leider die einzige bundesweit. Die beiden großen Parteien wehren sich gegen jede Form der Liberalisierung. Mein Appell lautet: Legalisiert alle Drogen, fangt ruhig mit Cannabis an. Aber später müssen alle Genussmittel frei erhältlich sein. Seid einfach mal rational ;-)

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2 Gedanken zu “denkt einfach mal drüber nach”

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