Die Unmenschlichkeit Europas

Schon wieder ist ein Boot mit Flüchtenden an Bord gekentert. Schon wieder sterben Menschen aus Afrika, nur weil sie ein besseres Leben in Europa suchen. Auch diesmal ist die Aufregung groß, aber es wird sich – wie immer – nichts ändern! Die Bilder von ertrunkenen Menschen werden bald wieder verschwunden sein. Europa ist schon lange ein Bollwerk gegen die Menschlichkeit.

Die Angst vor den Massen

flickr by noborder network (CC BY 2.0)

In Europa wird die Angst vor angeblichen Massen von flüchtenden Menschen geschürt. Dabei kommen fast keine Menschen bis hierher. 2012 waren weltweit 45 Millionen auf der Flucht. 29 Millionen Menschen flüchteten innerhalb ihres Heimatlandes, 15 Millionen in Nachbarstaaten. Gerade einmal knapp 1 Million Menschen stellten weltweit einen Antrag auf Asyl in einem Industrieland. Diese aufgebauschte Angst ist also völlig unbegründet!

Der Krieg in Syrien zeigt deutlich, wer unter den Folgen von Kriegen am meisten leiden muss. Der Libanon hat gut 4 Millionen Einwohner*innen. Mittlerweile hat er fast 1 Million Syrer*innen aufgenommen. Das sind 25 Prozent ihrer eigenen Bevölkerung. In der Bundesrepublik leben hingegen derzeit circa 600.000 Menschen, die geflüchtet sind. Dies entspricht 0,75 Prozent der Bevölkerung. Man stelle sich vor, was passieren würde, wenn in Deutschland 20 Millionen Geflüchtete leben würden. Der deutsche Mob würde vor Mord niemals zurückschrecken. Anfang der 1990er mordeten Nazis, unterstützt vom deutschen Mob, bereits Asylbewerber*innen. In den vergangenen Tagen gab es wieder Anschläge auf Geflüchtete. Der rassistische Hass in Deutschland und Europa gehört zum Normalzustand.

Deutsche und europäische Zustände

Die CSU und die Alternative für Deutschland hetzen ganz offen gegen „Einwanderung in deutsche Sozialsysteme“. Die Nazis hören das gerne und reiben sich die Hände. Aber nicht nur deutsche Nazis. In Frankreich könnte der extrem rechte Front National die stärkste Partei bei den Europawahlen im Frühjahr 2014 werden. In Ungarn regieren die Faschist*innen bereits mit und hetzen gegen Roma und Jüdinnen und Juden. In Norwegen beteiligt sich die ehemalige Partei des braunen Terroristen Breivik an der Regierung. In Österreich haben rechte Parteien zusammen ein Drittel der Stimmen bekommen. Europa rückt nach rechts. Sehr weit nach rechts.

Die Mitte der Gesellschaft stellt sich zwar teilweise gegen rassistische, antisemitische und andere menschenverachtende Zustände innerhalb der EU. Aber nach außen wollen auch sie sich weiter abschotten. An den Grenzen der EU gelten Menschenrechte eben nicht. Dort sind sie uns völlig egal!

Die Ursachen für Flucht bekämpfen

Alle wollen die Ursachen für Flucht bekämpfen. Die Befürworter*innen einer humanitären Flüchtlingspolitik, aber auch deren Gegner*innen. Doch was sind die Ursachen? Kein Mensch flüchtet gerne über tausende von Kilometer in ein fremdes Land und in eine ungewisse Zukunft. Die Rechten wollen Auffanglager an der Nordküste Afrikas ausbauen, um sie dort direkt abzuhalten nach Europa zu kommen. Dafür gibt es sogar Geld, mehr Geld als für Asylsuchende ausgegeben wird. Solange die „Fremden“ wegbleiben, zahlen die Europäer*innen gerne.

Die wahren Ursachen für Flucht und Vertreibung hat Europa jedoch selbst erschaffen. Lebensmittel in der EU werden so stark subventioniert, dass sie billiger auf den afrikanischen Märkten angeboten werden, als die eigenen Produkte. Gleichzeitig werden auf afrikanische Waren Schutzzölle erhoben. Die EU kauft für wenig Geld von korrupten Politiker*innen Schürf- oder Fischrechte, die dann so ausgebeutet werden, dass nichts mehr übrig bleibt. Europa behandelt afrikanische Länder immer noch, als wären sie ihre Kolonien. Insgesamt bekommen Entwicklungsländer jedes Jahr circa 50 Milliarden Euro an Hilfen, jedoch müssen ebendiese Länder etwa 100 Milliarden Euro an die Industriestaaten „zurückgeben“. Die Armen entwickeln also die Reichen noch immer. Der Reichtum der reichen Staaten insbesondere in der EU baut weiterhin auf Ausbeutung. Schulden sind zur neuen Sklaverei geworden.

Offene Grenzen, überall

Es gibt nur eine Möglichkeit, dass Menschlichkeit endlich das Primat der Politik wird. Alle angeblichen Schulden müssen sofort erlassen werden! Immerhin sind die Schulden zum Großteil nicht einmal selbstgemacht, sondern entstanden durch europäische Ausbeutung.

Gleichzeitig muss Europa seine Grenzen öffnen: Warum soll ein Mensch nicht freiwillig entscheiden können, wo er oder sie leben möchte. Der Ort, an dem man geboren wurde ist reiner Zufall und hat nichts mit irgendeiner Leistung zu tun! Warum aber darf dann der Ort darüber entscheiden, ob man Hunger leidet oder in Reichtum lebt?

Der Hass muss enden!

Bis wir Grenzen und Nationen überwunden oder eingerissen haben wird leider noch sehr viel Zeit vergehen. Aber eines muss ab sofort gelten: Allen Menschen müssen die fundamentalen Menschenrechte zugestanden werden! Geflüchtete müssen als Menschen anerkannt werden, die die gleichen Rechte haben, wie wir. Die EU und Deutschland müssen offen Menschen aufnehmen und ihnen alle Leistungen zur Verfügung stellen, die ihre eigenen Bürger*innen auch erhalten. Hasspredigern wie Innenminister Friedrich muss deutlich widersprochen werden und der deutsche und europäische Mob muss in seine Schranken verwiesen werden! Nur so kann die Menschlichkeit siegen.

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4 Gedanken zu “Die Unmenschlichkeit Europas”

  1. Mit der Menschlichkeit muss natürlich auch in Deutschland angefangen werden und das Sanktionstum für arme Menschen beendet werden.

  2. „Warum aber darf dann der Ort darüber entscheiden, ob man Hunger leidet oder in Reichtum lebt?“

    Im Prinzip stimme ich zu, aber es gibt auf diese Frage eine einfache Antwort. Durch die Grenzschließung schützen wir unseren Wohlstand. Die Löhne bleiben vergelichsweise hoch und man braucht die Wirtschaftskraft nicht zu teilen. Ich halte es auch nicht für vernünftig, wenn Menschen aus ihrer Heimat fliehen müssen. Das sollte der allerletzte Weg sein. Wirtschaftshilfen, die den Namen auch verdienen, sollten die Entwicklung der armen Länder voran treiben. Davon können wir auch profitieren. Allerdings würde es unsere Stellung in der Welt kosten. Wir wären nur ein Land unter vielen und nicht ein reiches Land unter vielen armen.

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